Stellungnahme Pokalmodus 2016

An diesem Wochenende findet das „Viertelfinalspiel“ unserer Baskets bei den Skyliners aus Frankfurt statt. Für uns wäre ein Auswärtsspiel am Sonntagnachmittag in Frankfurt unter normalen Umständen eine Pflichtveranstaltung. Aber von normalen Umständen kann bei dem bestehenden Pokalmodus der Basketball Bundesliga leider nicht die Rede sein. Bereits in den vergangenen Saisons äußerten wir stets unsere Kritik am bestehenden System und machten in Zusammenarbeit mit anderen Fanszenen unmissverständlich deutlich, wie diese konkret aussieht. Der bis heute viel zitierte Pokalsieg der Baskets in eigener Halle bestätigt nur den traurigen Umstand, dass der Titel keinen sportlichen Wert hat. So haben wir es in der Vereinshistorie erst einmal (2003 – damals noch alter, klassischer Pokalmodus) geschafft, uns für das Halbfinale des Pokals zu qualifizieren, bis wir uns im letzten Jahr einkauften.
Zugegeben: Die beiden Pokalspiele, die zum Titel geführt haben, waren ansprechend und hart umkämpft. Allerdings würden sie mangels attraktiver Qualifikation eher einem Saison-Vorbereitungsturnier ähneln, als einem Pokalfinale, würde die BBL als Veranstalter nicht krampfhaft versuchen, die Stimmung künstlich hochzuhalten und an dem Wochenende einen schlechten Versuch durchzuführen, Profisport „perfekt zu eventisieren“.

Der Pokalmodus ist ein Paradebeispiel dafür, wie unterschiedlich die Auffassungen von dem Wert einer sportlichen Veranstaltung sind. Auf der einen Seite stehen die Unternehmer*innen in Entscheidungspositionen, auf der anderen Seite viele Fans, für die es nicht ausreichend ist, dass es eine effiziente Kosten-Nutzen-Rechnung gibt oder dass man dies oder jenes gut vermarkten kann.
Der Pokalmodus ist ein Paradebeispiel dafür, wie Sport heute kommerziell ausgeschlachtet werden kann. Es treffen Vereine mit Sponsoren im Namen und ohne nennenswerte Tradition an einem künstlich hochgepushten Wochenende aufeinander, das Veranstaltet wird von einer Liga mit Sponsor im Namen, bei der nichts wichtig ist, was kein Geld bringt. Die Berichterstattung zu diesem Wochenende wird zudem dominiert von der bereits bekannten Selbstbeweihräucherung seitens der Basketball Bundesliga. Soweit nichts Neues. Was allerdings neu ist, ist dass der Anlass dieser Veranstaltung nun auch kommerziell optimiert wurde. Sportlicher Wert wurde gegen finanziellen Pragmatismus eingetauscht und Schwups: Das perfekte Event. Vier Vereine kommen an einem Wochenende samt Anhänger*innenschaft zusammen, werden belustigt und unterhalten, mit Werbung vollgeballert und die Liga verdient gut Geld. Und das Ganze ohne, dass die Teilnehmer monatelang ausgespielt werden mussten. Eins, bzw. gar kein Qualifikationsspiel reicht. Scheinbar ein Traum jeder Kosten-Nutzen-Rechnung.

Nach unseren bisherigen Protestaktionen und zuletzt dem TOP4 in eigener Halle wurde uns zunehmend deutlich, wie Ablehnens Wert der Pokalmodus für uns ist und haben uns demnach entschieden, Pokalspiele bis auf weiteres als Gruppe nicht mehr zu besuchen und sie somit auch nicht weiter durch unser Engagement aufzuwerten.

Wir fordern nach wie vor eine sofortige Veränderung des bestehenden Modus und rufen alle Fanszenen, -clubs und -gruppen dazu auf, sich unserem Protest anzuschließen und sich nicht weiter instrumentalisieren zu lassen.
Pokalmodus ändern! JETZT!

Zur letztjährigen Stellungnahme geht es hier.