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Stellungnahme Jena auswärts 4. März 2018

In den letzten Monaten ergab sich rund um die Spiele von Science City Jena eine für die Basketball Bundesliga neue Brisanz. Der Jenaer Verein formuliert in seiner Hausordnung ein Verbot jeglicher politischer Aussagen im Rahmen ihrer Heimspiele und versucht eben dies nach eigener Auslegung auch durchzusetzen. Wir sehen diese Formulierung sowie die damit einhergehende willkürliche Anwendung aus verschiedenen Gründen als äußert problematisch und fragwürdig, weshalb wir dies nicht unkommentiert lassen wollen.

Basketballspiele als unpolitischer Raum
Science City Jena
versucht mit dem Verbot jeglicher politischer Aussagen während ihrer Heimspiele, diese zu einem unpolitischen Raum zu erklären, was von wenig Verständnis gesellschaftspolitischer Prozesse zeugt. Wo Menschen zusammenkommen, ihre Meinungen verhandeln oder ihren Verein unterstützen, da findet Politik statt. Ob beabsichtigt, oder nicht. Ein kurzer Blick in ein beliebiges Politiklexikon, bestätigt diese These. Noch viel plakativer macht es der Verein selbst vor, wenn in der Halbzeitpause über den Videowürfel Werbung für die Bundeswehr gemacht wird. Das Werben der Bundeswehr, aber auch die Bundeswehr an sich ist ein immer wieder auf nationaler Ebene diskutiertes Politikum, welches hier seitens Science City Jena offenbar vollkommen ignoriert wird. Einen offensichtlicheren Widerspruch konnte Jena kaum liefern. Basketballspiele als unpolitische Veranstaltungen zu deklarieren, geht also schon auf den ersten Blick an der Realität vorbei. (mehr …)

Stellungnahme Pokalmodus 2016

An diesem Wochenende findet das „Viertelfinalspiel“ unserer Baskets bei den Skyliners aus Frankfurt statt. Für uns wäre ein Auswärtsspiel am Sonntagnachmittag in Frankfurt unter normalen Umständen eine Pflichtveranstaltung. Aber von normalen Umständen kann bei dem bestehenden Pokalmodus der Basketball Bundesliga leider nicht die Rede sein. Bereits in den vergangenen Saisons äußerten wir stets unsere Kritik am bestehenden System und machten in Zusammenarbeit mit anderen Fanszenen unmissverständlich deutlich, wie diese konkret aussieht. Der bis heute viel zitierte Pokalsieg der Baskets in eigener Halle bestätigt nur den traurigen Umstand, dass der Titel keinen sportlichen Wert hat. So haben wir es in der Vereinshistorie erst einmal (2003 – damals noch alter, klassischer Pokalmodus) geschafft, uns für das Halbfinale des Pokals zu qualifizieren, bis wir uns im letzten Jahr einkauften.
Zugegeben: Die beiden Pokalspiele, die zum Titel geführt haben, waren ansprechend und hart umkämpft. Allerdings würden sie mangels attraktiver Qualifikation eher einem Saison-Vorbereitungsturnier ähneln, als einem Pokalfinale, würde die BBL als Veranstalter nicht krampfhaft versuchen, die Stimmung künstlich hochzuhalten und an dem Wochenende einen schlechten Versuch durchzuführen, Profisport „perfekt zu eventisieren“. (mehr …)

Erstes Heimspiel ohne indefessi

Die Sommerpause geht dem Ende entgegen, die Saison rückt näher. Die Motivation steigt und der Heißhunger auf Basketball, die neue Mannschaft und endlich wieder mit Freund*innen im Block zu stehen und sich 40 Spielminuten lang zu verausgaben, steigt ins Unermessliche. So ist es in jedem Jahr aufs Neue. Nur in diesem nicht.

In der vergangenen Spielzeit haben sich immer mehr Faktoren zusammengefügt, die uns den Support bei Heimspielen sowohl akustisch als auch infrastrukturell erheblich erschwerten. Dies führte nach und nach dazu, dass der Spaß am Support auf ein Minimum schrumpfte und es sich zuletzt schon fast nach Pflichtveranstaltung anfühlte im Block zu stehen. In der Sommerpause haben wir viel über eben diese Faktoren gesprochen und die für uns wichtigsten Themen zusammengetragen. (mehr …)

Der Pokalmodus

Wie bereits berichtet fanden am vergangenen Wochenende verschiedene Protestaktionen gegen den bestehenden Pokalmodus statt.
Unsere größten Kritikpunkte am Pokalmodus sind:
1. Erfolg darf nicht käuflich sein! – Der Umstand, dass sich ein Verein durch Einreichen eines Konzepts und der Zahlung einer Summe Geld für das Halbfinale qualifizieren kann, ist für uns nicht hinnehmbar. Das hat nichts mit Sport zu tun, sondern dient lediglich dazu, den Aufwand für den Ausrichter möglichst gering zu halten und Ticketverläufe zu sichern. Dies ist eine der Entwicklungen, mit denen Funktionäre und Liga aus unserem schönen Sport ein zu konsumierendes Produkt machen.

Blockfahne beim Pokalfinale

Blockfahne beim Pokalfinale

2. Kleine Vereine bleiben außen vor –  Durch den Modus tragen gerade einmal sieben Vereine den Pokal untereinander aus. Ein liquider Verein, der das Halbfinalticket kauft, sowie die sechs weiteren bestplatziertesten der Hinrunde. Einem klassischen Pokal kommt dieser Modus nicht einmal nahe. Elf Vereine der ersten Liga werden ausgeschlossen und das so reizvolle „do or die“ wird schmerzlich vermisst.
3. Die Terminierung – das TOP4 findet, anders als die Finalturniers in anderen Ländern, nicht am europäischen Standardtermin statt. Somit kommen die Vereine, die ohnehin einem straffen Zeitplan folgen müssen, in zusätzliche Zeitnot, wenn sie parallel noch in einem europäischen Wettbewerb aktiv sind. Auch dieser Umstand ist aus unserer Sicht vollkommen unnötig. (mehr …)